Roberto Laezza von planova human capital- zum Thema: Flexibilisierung als Lösung am Arbeitsplatz

Die Coronakrise hat vielen Unternehmen vor Augen geführt, was in Sachen Flexibilität am Arbeitsplatz alles möglich ist. Arbeitsplätze, bei denen man über Jahrzehnte jegliche Form von Home-Office abgelehnt hatte, konnten plötzlich doch gut von zu Hause erfüllt werden. Arbeitsplätze wurden zwischen mehreren Teilzeitkräften aufgeteilt und Arbeitsbeginn- und Endzeiten wurden deutlich flexibilisiert. Viele Unternehmen haben bemerkt, dass es nicht nur geht, wenn nicht alle Mitarbeiter um 8 ins Büro kommt, sondern, dass es sogar sehr gut funktioniert und mit virtuellen Sitzungen eine Menge Zeit gespart werden kann. Flexibilisierung als Lösung am Arbeitsplatz trägt auch mit zur Effizienzsteigerung im Unternehmen bei, wenn man es richtig macht, sagt Roberto Laezza von planova human capital, einem der grossen Personaldienstleister in der Schweiz.

Die Coronakrise hat viele Mitarbeiter gezwungen, zu Hause zu bleiben und dann von dort zu arbeiten. Zum Erstaunen vieler Arbeitgeber ging das sehr gut.

Fachkräftemangel zwingt zur Flexibilisierung am Arbeitsplatz

Der Fachkräftemangel zwinge viele Unternehmen, Arbeitsplätze flexibler zu gestalten, um auch das Potential weiblicher Fachkräfte zu heben, meint Roberto Laezza von planova human capital. Wenn man es den Mitarbeitern leichter macht, Arbeit und Familie miteinander zu vereinbaren, kann man das Fachkräfteproblem oft schnell lösen. Deshalb setzen viele Unternehmen auf die Flexibilisierung von Arbeitsbedingungen, – dies betrifft:

  • Arbeitszeiten: Weg von starren Arbeitszeitmodellen (8 bis 17 Uhr)
  • Arbeitsort: Mehr Home-Office statt Anwesenheitspflicht im Büro
  • Mehr virtuelle Meetings als Treffen vor Ort – deutlich weniger Geschäftsreisen, aber mehr MS Teams Sitzungen
  • Einführung von Arbeitszeitkonten und Sabbatical

Ob man am PC in der Firma oder am PC im Home Office arbeitet, ist kein so grosser Unterschied in vielen Firmen. Die Arbeitswelt wird flexibler.

Mobile Telefone machen unabhängig vom Arbeitsort

Im Zeitalter von Mobiltelefonen, Anrufweiterschaltung und Online-Teamsitzungen gibt es nur noch wenig Gründe für vermehrte Anwesenheiten im Firmenbüro. Voraussetzung sind weitgehend digitale Abläufe, die nicht vom Weiterreichen von Papierbergen geprägt sind. Wenn der Vertriebschef online zugriff auf Vertriebsdaten hat, braucht er für ein Gespräch mit Vertriebsmitarbeitern nicht im Bürosessel zu sitzen, sondern kann dies genauso gut aus dem Auto oder dem Homeoffice erledigen. Die Motivation ist dieselbe wie bei einem persönlichen Treffen.

Vertrauen ist die Grundlage für Flexibilisierung am Arbeitsplatz

Vielfach war früher die Sorge der Arbeitgeber, dass der Mitarbeiter im Homeoffice nicht richtig arbeite, so Roberto Laezza von planova human capital. Die Erfahrung zeige ab, dass Angestellte im Home Office teilweise sogar mehr arbeiten, weil sie auch nach Feierabend schon einmal Emails beantworten oder Ausarbeitungen erstellen. Natürlich komme es schon einmal zu Störungen durch ein hereinlaufendes Kind oder den klingenden Postboten, aber das dürfe man nicht überbewerten. Viel mehr ist die Frage des Austauschs mit Kollegen zu regeln, denn in der Firma werden manchmal am Kaffeeautomaten oder in der Teeküche Informationen ausgetauscht, die bei nicht perfekter Organisation am Home Office Arbeiter vorbei gehen. Wer regelmässige Gruppengespräche online organsiert und regelmässig auch Präsenztage in der Firma festlegt, kann den Informationsschwund verhindern. Auch Home-Office will erst gelernt sein.

Schnelle Internetleitungen für das Home Office ermöglichen fast alles

Mittlerweile sind die IT-Abteilungen der Unternehmen so weit, dass auch im Home Office schnelle und sichere Anbindungen an das Firmen-Netzwerk möglich sind. Mit einer Zweiwege-Authentifizierung kann gewährleistet werden, dass nur reale und vormerkte Mitarbeiter den Firmenzugang nutzen können. Wer eine schnelle Internetleitung im Home Office hat, kann genauso gut zuhause wie auch in der Firma arbeiten. Die Firma spart sogar noch die Kosten für das Büro.