Kompostieren auch ohne Garten: der Bokashi Eimer

Den Japanern fallen zu vielen Problemstellungen sehr aussergewöhnliche und oft auch unglaublich praktische Lösungen ein. Ein Bokashi Eimer ist eine von diesen pfiffigen Lösungen: Er ersetzt einen Komposthaufen und verwandelt Küchenabfälle auf kleinem Raum in hochwertigen Kompost.

Die Mikroorganismen im Eimer
Auf den ersten Blick sieht ein Bokashi Eimer wie ein ziemlich normaler, rechteckiger Kunstoffeimer aus. Im Grunde ist es auch nicht viel mehr als ein Plastikeimer mit einem Siebeinsatz am Boden und einem luftdicht verschliessbaren Deckel. Sein grosses Erfolgsgeheimnis sind die sogenannten Effektiven Mikroorganismen, die EMs: Das ist eine Zusammenstellung aus Milchsäurebakterien, Hefen und Photosynthesebakterien. Diese Mischung wird den zu kompostierenden Abfällen zugesetzt, also entweder mit einer Lösung draufgesprüht oder als Pulver untergemischt.

Innerhalb von nur zwei Wochen zaubert die muntere Mikrobenmannschaft dann aus der Abfalladung besten Kompost. Was im Eimer abläuft, ist ein Fermentationsprozess und unterscheidet sich ein wenig von der üblichen Kompostierung oder dem Verrotten in der Natur. Daher läuft es auch deutlich schneller ab. Ein weiterer Vorteil: Im Bokashi Eimer entwickeln die Abfälle keinen unangenehmen Geruch. Gut, sie sind auch nicht völlig geruchlos, aber der Geruch erinnert eher an Sauerkraut, und ausserdem ist der Eimer ja durch den Deckel abgeschlossen. Daher kann er sogar in der Küche platziert werden, ohne unangenehm aufzufallen. Das hat dem Bokashi Eimer den Beinamen “Küchenkomposter” eingebraucht und ihn zum heissen Tipp für alle Balkongärtner gemacht. Er ermöglicht nämlich auch ohne eigenen Garten die Herstellung von Kompost und die Verwertung von Bioabfällen. Und auch die Pflanzen mögen diesen Eimer – oder vielmehr das, was er produziert: Der durch die EMs hergestellte Kompost ist gut für das Immunsystem der Pflanzen und verbessert ihre Keimfähigkeit und ihre Fruchtbildung. Der Kompost ist ein effektiver Dünger, der auch im Bio-Garten bedenkenlos eingesetzt werden kann. Einen Bokashi Eimer können Sie zum Beispiel bei EM Schweiz kaufen.

In zwei Wochen erledigt
Da die EMs im Bokashi Eimer ein wenig Ruhe brauchen, um ihr segensreiches Werk zu verrichten, ist es sinnvoll, zwei Eimer zu besitzen: So können in einem davon die EMs in Ruhe werken, während der zweite Eimer sich langsam mit neuem Futter für sie füllt. Die EMs kauft man als Bestandteil einer Nährlösung, die in einer handlichen Sprühflasche geliefert wird. In den Eimer können alle Pflanzenreste wie Obstrest und Gemüseschalen, auch Kaffeesatz ist willkommen. Nur schon klein geschnipselt sollte alles sein.

Damit werden die zerkleinerten Abfälle besprüht und dann mit einem Sandsack oben abgedichtet, denn die Masse sollte nicht durchlüftet sein. Dann brauchen die EMs zwei Wochen lang Ruhe und eine Temperatur von um die 20 Grad; der ideale Platz für den Eimer ist also in der Wohnung und nicht auf dem Balkon oder der Terrasse. Im unteren Teil des Eimers, unterhalb des Siebbodens, sammelt sich mit der Zeit etwas Kompostwasser, das über einen Auslass abgelassen werden kann und sich bereits gut als Dünger eignet. Der feste Rückstand, das Bokashi, darf allerdings nicht direkt auf die Pflanzen aufgebracht werden, da es zu sauer ist. Es muss erst mit Gartenerde gemischt und dadurch neutralisiert werden.